Eröffnung der Wanderausstellung border(hi)stories. Station 2: Schuhmühle Schattendorf

Schuhmühle Schattendorf
08.11.2021
18:00

Wanderausstellung border(hi)stories. Station 2: Schuhmühle in Schattendorf. „Entscheidungsspielräume am Südostwall 1944 – 1945“

Im November 2021 macht die Wanderausstellung zur Geschichte der Grenzregion von Österreich und Ungarn Station in der Schuhmühle Schattendorf (Bezirk Mattersburg). Zu sehen ist die Ausstellung von 8. bis 28. November.

Eröffnet wird die Ausstellung am 8. November zum Thema „Täter – Retter – Zuseher. Entscheidungsspielräume am Südostwall“. Österreichische und ungarische Historiker*innen gehen der Frage nach, welche Entscheidungsspielräume es für die Menschen in den Jahren 1944 und 1945 entlang des Südostwalls gab, die diese unter Umständen zu „Tätern – Rettern – oder Zusehern“ machten. Dass es Spielräume für das Setzen oder Unterlassen von Handlungen gab, wird nicht von allen Menschen anerkannt. Im Projekt border(hi)stories geht es aber nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Aufarbeitung historischen Materials zu einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte der Grenzregion im 20. Jahrhundert.

Der Südostwall war ein System aus Schützen- und Panzergräben, das ab Herbst 1944 entlang der Grenze als letzte Verteidigungslinie des Deutschen Reiches gegen die Rote Armee entstand. Ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter mussten unter unmenschlichen Bedingungen am Südostwall schanzen. Als die Rote Armee näher rückte, wurden die Lager aufgelöst und die Zwangsarbeiter zu Fuß nach Mauthausen getrieben. Unzählige Menschen überlebten diesen Marsch nicht. Auch Jugendliche der Hitlerjugend mussten an den Grabungsarbeiten teilnehmen. Sie waren nach 1945 wichtige Zeugen für die Massenmorde an den jüdischen Zwangsarbeitern in Deutsch Schützen. Das bekannteste Massaker fand in der Nähe des Kreuzstadls bei Rechnitz/Rohonc statt, wo heute ein Mahnmal im Gedenken an alle Opfer des Südostwalls steht.

Station 2: Schuhmühle Schattendorf

8. – 28. November 2021

Mittwoch: 9 – 12 Uhr und 17 – 21 Uhr; Donnerstag: 9 – 12 Uhr und 13.30 – 18 Uhr

Thema der Dialogveranstaltung: Täter – Retter – Zuseher, Entscheidungsspielräume am Südostwall 1944 – 1945

Eröffnung am Montag, 8. November 2021, Beginn 18 Uhr

PROGRAMM:

Moderation: Walter Reiss

Begrüßung: Johannes Lotter, Bürgermeister von Schattendorf

Hintergrund der Wanderausstellung und des Projekts border(hi)stories: Franjo Steiner, IZ – Verein zur Förderung von Vielfalt, Dialog und Bildung

Thematische Einführung: Michael Achenbach, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Landes Burgenland

Im Dialog zur Geschichte: „Täter – Retter – Zuseher, Entscheidungsspielräume am Südostwall

  • Claudia Kuretsidis-Haider, Historikerin, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes
  • Harald Strassl, Historiker und Lehrer im Gymnasium der Diözese Eisenstadt
  • Szabolcs Szita, Historiker, Professor für Geschichte an der Universität Sopron und an der Jüdischen Universität Budapest
  • Frisch György, Historiker, Vertreter der NÜB Stiftung – Ungarn (NÜB Alapitvány – Budapest)

Rundgang durch die Ausstellung und Buffet (ab ca. 21 Uhr)

 

Anmeldung zur Eröffnung:

Jasmin Karnutsch

Amt der Burgenländischen Landesregierung

+43 57 600-2089

jasmin.karnutsch@bgld.gv.at

 

Führungen für Schulklassen: 

Wir laden Schulen der Sekundarstufe 2 sehr herzlich zu interaktiven (und kostenlosen) Führungen durch die Ausstellung ein.
Termine:
Jeweils Mittwoch und Donnerstag am Vormittag sind Führungen für Schulen möglich(jeweils 9.00-10.00 Uhr oder 11.00 – 12.00 Uhr).

Einladung – Führungen für Schulklassen (pdf)

 

Anmeldung zu Führungen:

Daniela Mussnig

IZ – Verein zur Förderung von Vielfalt, Dialog und Bildung

+43 1 586 75 44 – 36

daniela.mussnig@iz.or.at

Alle Veranstaltungen sind kostenlos und können unter Beachtung der jeweils aktuellen CoV-19 Richtlinien besucht werden.

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

Hintergrund der Wanderausstellung

Vor 100 Jahren wurde die Grenze im Osten Österreichs neu gezogen. Aus dem ehemaligen Deutsch-Westungarn wurde 1921 das Burgenland. Die Wanderausstellung „100 Jahre Grenzgeschichte(n)“ widmet sich der wenig aufgearbeiteten Geschichte des Grenzraums im 20. Jahrhundert sowie den Narrativen, über welche diese erinnert und an die nächste Generation weitergegeben werden. 26 Gedenkorte erinnern an tragische Ereignisse und Konflikte, aber auch an grenzübergreifende Kooperationen vom Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart – aus ungarischer wie auch aus österreichischer Perspektive. Mehrmals wurde entlang der Grenze Weltgeschichte geschrieben, etwa an der Brücke von Andau während des Ungarnaufstandes 1956 oder beim Fall des Eisernen Vorhangs 1989.

Die dreisprachige Wanderausstellung (Deutsch, Ungarisch, Englisch) wird an acht verschiedenen Orten im Burgenland von Oktober 2021 bis April 2022 gezeigt.

Wanderausstellung – Stationen und Termine (pdf)

Das Projekt „border(hi)stories – 100 Jahre Grenzgeschichte(n)“ wird durch das Programm Interreg Österreich-Ungarn 2014-2020 der Europäischen Union finanziert.

 

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