Was bedeutet Freiheit?
Beim nächsten Termin der Reihe „Orte des Philosophierens“ werden wir uns mit einer grundlegenden Frage beschäftigen: der Frage nach der Freiheit. Oft wird unter Freiheit eine Art Wahlfreiheit verstanden, bei der eine Person spontan und ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten wählen kann. Wo es keine Wahlmöglichkeiten gibt, scheint es nicht sinnvoll zu sein, von Freiheit zu sprechen. Insbesondere im neoliberalen Verständnis wird Freiheit jedoch eng mit einem Konsumverhalten verbunden: Je mehr Möglichkeiten ich habe, zu konsumieren, was ich begehre und was mir Lust bereitet, desto freier bin ich. Aber auch in dezidiert politischen, moralisch-religiösen oder rechtlichen Diskursen wird Freiheit insofern vorausgesetzt, als man Subjekte nur dann für ihr Denken, Fühlen und Handeln verantwortlich machen kann, wenn diese frei sind, das heißt die Freiheit haben, zwischen richtig und falsch, gut und böse zu wählen.
Doch inwiefern sind wir tatsächlich frei, etwas zu tun oder zu unterlassen? Sind unsere Handlungen und Entscheidungen wirklich das Ergebnis unseres inneren Wollens oder vielmehr durch äußere Umstände – wie Geburt, Herkunft, Kulturation, soziale Prägung, körperliche Voraussetzungen oder gar prinzipielle Naturgesetze sowie deren geschichtlich-materielle Entwicklungen und Zwecke – determiniert? Meint gar das eigene Wollen im Grunde nichts anderes als die Wirkung dieser Umstände? Oder anders gesagt: Ist „mein“ Wollen tatsächlich von mir gewollt?
Vortragender: Murat Ates
Murat Ates lebt und arbeitet in Wien. Er promovierte in Philosophie und Kulturwissenschaften und war/ist als Forscher, Lehrender und wissenschaftlicher Mitarbeiter an unterschiedlichen Instiutionen tätig: u.a. an der Banaras Hindu University Varanasi, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität des Saarlandes, der Hochschule der Bildenden Künste Saar, der Kunstuniversität Linz, der Webster University und der Universität Wien. Als Redakteur arbeitet er bei der Zeitschrift Polylog. (http://ates.mur.at/)
Ort: Yppenplatz, 1160 Wien
Keine Anmeldung erforderlich! Einfach vorbeikommen & mitdiskutieren
Die Veranstaltung wird gefördert von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung.