Orte des Philosophierens: Was meint Tod?
Der Mensch ist sterblich; früher oder später erwartet ihn der Tod. Zweifellos gehört der Tod zu den tiefsten – wenn nicht gar abgrundtiefsten – „Ereignissen“ des menschlichen Lebens. Der Tod gehört zum Leben, schon allein deshalb, weil nur Lebende ein Bewusstsein vom Tod oder Angst vor ihm haben können.
Dabei ist zwischen dem Tod eines anderen Menschen und dem eigenen zu unterscheiden. Der Tod des anderen ist ein erlebbarer Verlust. Der eigene Tod dagegen bedeutet das vollständige Ende – das Verschwinden des eigenen Selbst.
Zugleich gibt es vielfältige Vorstellungen vom Weiterleben nach dem Tod – nicht nur in religiösem Sinn, sondern auch politisch: etwa wenn Handlungen oder Werke nach dem Tod weiterwirken. Auch der Märtyrertod zeigt den Versuch, durch das eigene Sterben Einfluss auf die Gemeinschaft zu nehmen. Selbst der Suizid verweist oft nicht auf eine Ablehnung des Lebens, sondern auf den Wunsch nach einem anderen, erträglicheren Leben.
Der Tod kann auch politisch gedacht werden – etwa in der Frage, wessen Leben als schützenswert gilt. Zugleich scheint er das Unpolitische schlechthin zu sein: Er betrifft alle gleichermaßen und entzieht sich jeder gesellschaftlichen Ordnung.
Was bedeutet das „Nichts“, mit dem der Tod oft gleichgesetzt wird? Ist der Traumlose Schlaf sein kleiner Bruder? Und schließlich: Ist es vielleicht die größte Aufgabe der Philosophie, einen Weg zu finden, mit dem Tod leben zu lernen?
Diese offene Gesprächsrunde lädt alle ein – mitzubringen sind nur Neugier, Denkfreude und die Bereitschaft, sich einem schwierigen, aber unvermeidlichen Thema gemeinsam zu stellen.
Vortragender: Murat Ates
Murat Ates lebt und arbeitet in Wien. Er promovierte in Philosophie und Kulturwissenschaften und war/ist als Forscher, Lehrender und wissenschaftlicher Mitarbeiter an unterschiedlichen Instiutionen tätig: u.a. an der Banaras Hindu University Varanasi, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität des Saarlandes, der Hochschule der Bildenden Künste Saar, der Kunstuniversität Linz, der Webster University und der Universität Wien. Als Redakteur arbeitet er bei der Zeitschrift Polylog. (http://ates.mur.at/)
Datum: Freitag, 29. August | 17:00 Uhr
Ort: Augarten, Wien | → Treffpunkt auf Google Maps
Keine Anmeldung erforderlich! Einfach vorbeikommen & mitdiskutieren
Die Veranstaltung wird gefördert von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung.