Am 28. Mai 2025 fand im Impact Hub Vienna unser erster Workshop im Rahmen des Projekts borderfuture statt. Unter dem Titel „Vielfalt als Stärke – Demokratie effektiv verteidigen“ widmete sich die Veranstaltung der Frage, wie demokratische Grundwerte angesichts zunehmender Falschinformationen und Hassrede – insbesondere im digitalen Raum – geschützt werden können.
Das Ziel des Workshops war den bewussten und kritischen Umgang mit digitalen Informationen zu fördern sowie Handlungsoptionen im Umgang mit Falschmeldungen und polarisierenden Inhalten aufzuzeigen.
Als fachlicher Impulsgeber war Andre Wolf vom Verein Mimikama zu Gast. Er gab Einblicke in aktuelle Dynamiken rund um Fake News und deren gesellschaftliche Auswirkungen.
Themenschwerpunkte
Im Mittelpunkt des Workshops standen Herausforderungen für demokratische Gesellschaften in einem zunehmend digital geprägten Umfeld. Diskutiert wurde unter anderem, wie sich die Informationslandschaft durch soziale Medien verändert hat. Während früher vor allem redaktionell geprüfte Inhalte verbreitet wurden, sind heute viele Informationen ungefiltert und ohne Faktenprüfung öffentlich zugänglich. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an Medienkompetenz und Informationsbewertung.
Ein weiterer Fokus lag auf dem Umgang mit Falschinformationen, Hassrede und polarisierenden Inhalten. Behandelt wurden unter anderem folgende Themen:
- Erkennungsmerkmale von Fake News
- Strategien zur Überprüfung von Inhalten (z. B. mithilfe von Reverse Image Search oder Google Lens)
- Mechanismen wie confirmation bias (Bestätigungsfehler) und false balance (falsche Ausgewogenheit)
- Bedeutung von Framing und narrativen Mustern
Arbeit in Kleingruppen
Im interaktiven Teil der Veranstaltung entwickelten die Teilnehmenden Strategien für den Umgang mit problematischen Inhalten im Netz. Dabei wurden verschiedene Ansätze diskutiert, etwa:
- das gezielte Ansprechen und Einordnen von problematischen Aussagen (Counterspeech)
- das Ignorieren oder Melden von Hasskommentaren
- der Versuch, gemeinsame Gesprächsgrundlagen herzustellen
Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie Jugendliche gestärkt werden können, um auf problematische Inhalte im Netz angemessen zu reagieren. Genannt wurden unter anderem:
- Vorbilder und externe Fachpersonen in Bildungskontexten
- Informationsangebote zu verlässlichen Quellen
- partizipative Formate im schulischen Kontext zur Förderung demokratischer Kompetenzen
Zusammenfassung
Der Workshop thematisierte zentrale Herausforderungen für demokratische Kommunikation im digitalen Raum und stellte methodische sowie praktische Ansätze zur Diskussion, um den reflektierten Umgang mit Informationen zu fördern. Der Austausch zeigte, dass der bewusste Umgang mit digitalen Medien ein wichtiger Bestandteil demokratischer Bildung ist.
Die Veranstaltung war Teil des österreichisch-ungarischen INTERREG Projektes borderfuture. Das Projekt borderfuture bringt Bürger:innen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Verwaltungen aus Wien, Ostösterreich und Westungarn zusammen, um die Zukunft der Grenzregion aktiv mitzugestalten. Ziel ist es, durch interaktive Veranstaltungsformate den interkulturellen Austausch zu fördern, das Demokratiebewusstsein zu stärken und den sozialen Zusammenhalt in der Region zu unterstützen.
Kofinanzierungspartner: Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung, Zukunftsfonds der Republik Österreich, Bundeskanzleramt

